Kurz vor Sonnenuntergang legt im Sommer in Port d’Andratx ein Dinghy nach dem anderen an. Zehn, zwölf, manchmal mehr, dicht an dicht, bis kaum noch Platz bleibt. Dinner Rush, jeden Abend aufs Neue. Genau das liebe ich an diesem Ort.
Aus einem Zufall wurde ein Zuhause.
2006 kam ich auf die Insel, eher zufällig, und landete in Port d’Andratx. Ich verliebte mich sofort. In den Hafen, in das Licht, die Berge, das Meer und in dieses Gefühl, dass alles genau richtig ist, so wie es ist.
Meine Tochter ist hier zur Schule gegangen. Ich habe in dieser Zeit nicht nur den Ort kennengelernt, sondern auch die Menschen, das Leben und die vielen kleinen Facetten, die man erst entdeckt, wenn man wirklich hier lebt. Hier habe ich meinen Concierge Service gegründet. Hier entstanden die ersten Kontakte und Verbindungen, die mich bis heute begleiten.
Seitdem hat sich vieles verändert. Mallorca ist noch internationaler geworden, exklusiver, gefragter. Orte, die früher nur wenige kannten, sind heute begehrte Adressen. Auch Port d’Andratx ist gewachsen und hat sich verändert. Neue Restaurants, mehr Betrieb im Sommer, mehr Menschen, die den Hafen für sich entdecken.
Und trotzdem gibt es etwas, das geblieben ist. Dieses ganz eigene Gefühl im Hafen. Die Mischung aus mallorquinischem Alltag und internationalem Leben, aus Fischern und Yachten, Restaurants und kleinen Geschäften, aus Menschen, die seit Jahrzehnten hier zu Hause sind, und denen, die gerade erst ankommen. Vielleicht ist es genau diese Mischung, die Port d’Andratx für mich so besonders macht.
Der Geruch von frischem Fisch und Salzluft.
Dieser Moment mittags, wenn die Fischerboote zurückkommen und die Fischer ihren Fang direkt an der Mole verkaufen, frischer als in jedem Restaurant, direkter als auf jedem Markt. Das ist kein touristisches Erlebnis. Das ist einfach das Leben hier.
Port d’Andratx ist kein aufgemöbeltes Fischerdorf. Es ist noch immer klein und ursprünglich, mit wenigen Hotels, mit Supermärkten, in denen man alles findet, von internationaler Feinkost bis zu feinsten Weinen, von spanischen Spezialitäten bis zum Gemüse aus der Region, mit schönen Boutiquen und Restaurants, die teilweise seit Jahrzehnten von derselben Familie geführt werden.
Das Dorf und seine Seele.
Die kleine Kirche im Ortskern ist nicht für Touristen gebaut. Hier finden Prozessionen statt, hier tragen die Dorfbewohner die Jungfrau durch die Straßen, hier segnet der Pfarrer einmal im Jahr die Tiere. Und an den Heiligen Drei Königen kommt das Schiff mit den drei Reyes Magos in den Hafen, begleitet von den Kindern des Dorfes, die aufgeregt am Ufer warten. Meine Tochter war eines von ihnen. Erinnerungen, die man nicht vergisst.
Port d’Andratx außerhalb der Saison.
Wer Mallorca nur im Sommer kennt, kennt Port d’Andratx nicht wirklich. Im Winter und Frühjahr gehört das Dorf seinen Bewohnern. Man bleibt stehen für ein Schwätzchen, die Straßen sind ruhiger, das Licht weicher. Im Februar beginnt die Mandelblüte im Hinterland, ein Anblick, den ich immer wieder aufs Neue bestaune, wenn ich mit meinem Hund durch die abgeschiedenen Wege gehe.
Es ist diese andere Seite Mallorcas, die ich besonders liebe. Keine langen Schlangen, kein Trubel, keine Inszenierung. Einfach das Leben. Und diese Stille, die nur entsteht, wenn eine Saison noch nicht begonnen hat.
Die Lage, und was sie bedeutet.
Port d’Andratx liegt im Südwesten Mallorcas, eingebettet zwischen Bergen und Meer. Dieser Teil der Insel gefällt mir besonders gut. Die Landschaft wird rauer, die Küste abwechslungsreicher, die Buchten kleiner und geschützter. Cala Llamp, Camp de Mar, Sant Elm, jede Bucht hat ihren eigenen Charakter und liegt nur wenige Minuten entfernt.
Genau diese Lage macht Port d’Andratx für mich so besonders. Ruhig, aber nicht abgeschieden. Am Meer und gleichzeitig gut angebunden. Nah genug an Palma, um jederzeit dort zu sein, und doch weit genug entfernt, um sich wie eine andere Welt anzufühlen.
Port d’Andratx ist für mich Heimat und der Ankerpunkt, der meine Arbeit und meinen Blick auf Mallorca bis heute prägt. Wenn ich eine Villa empfehle, ein Restaurant reserviere, einen Tag auf dem Wasser organisiere oder einem Kunden einen Ort auf Mallorca zeige, bringe ich immer auch dieses Wissen mit, wie sich ein Ort anfühlt, nicht nur, wie er auf Bildern aussieht. Das macht den Unterschied zwischen einem schönen Aufenthalt und dem Gefühl, wirklich angekommen zu sein.





